
Alpakawolle – Eigenschaften und Anwendung
Alpakawolle – Eigenschaften und Anwendung
Weich, leicht und warm und dazu in vielen natürlichen Farben erhältlich. Alpakawolle wird seit Jahren für die Herstellung von Kleidung und Textilien geschätzt, insbesondere dort, wo Tragekomfort und eine gute Wärmeisolierung gefragt sind.
Alpakas sind niedliche Tiere aus der Familie der Kamelartigen und unter anderem mit Lamas verwandt. Ihr natürlicher Lebensraum sind die hoch gelegenen Regionen der Anden, vor allem in Peru, Bolivien und Chile. Ein großer Teil der weltweiten Produktion von Alpakafasern stammt aus Zuchtbetrieben in diesen Regionen.

Doch worin unterscheidet sich Alpakawolle eigentlich von Schafwolle? Ist sie tatsächlich wärmer als Merinowolle? Kann sie eine gute Wahl für Menschen mit empfindlicher Haut sein? Und welche Mythen gibt es rund um dieses Material?
Erfahren Sie, was Alpakafasern auszeichnet, lernen Sie ihre Eigenschaften und Vorteile kennen und erfahren Sie, für welche Produktkategorien sich Produkte aus Alpaka oder mit Alpaka-Anteil besonders eignen. Wir haben die wichtigsten Fakten gesammelt und präsentieren sie hier kompakt zusammengefasst.
Wenn Sie sich also fragen, wie Alpaka einzuordnen ist, ob sich Produkte aus diesem Material lohnen und worauf Sie achten sollten, lesen Sie unbedingt weiter.
Alpakawolle – was ist das und welche Eigenschaften hat sie?
Beginnen wir mit den Grundlagen. Alpakawolle ist eine Faser, die aus dem Vlies von Alpakas gewonnen und auf natürliche Weise durch die Schur dieser Tiere gewonnen wird. Technisch spricht man häufiger von Alpakafasern als von Wolle, im Textilbereich ist die Bezeichnung „Alpakawolle“ jedoch weit verbreitet.
Es gibt zwei Hauptrassen von Alpakas: Huacaya und Suri. Ihr Vlies unterscheidet sich in Aussehen und Struktur. Huacaya hat eher flauschige, gekräuselte Fasern, während die Fasern von Suri länger und glatter sind und einen charakteristischen Glanz aufweisen. Schätzungen zufolge produziert ein einzelnes Tier bis zu etwa 4 kg Fasern pro Jahr.
Eine der wichtigsten Eigenschaften dieses Rohstoffs ist die Kombination aus Leichtigkeit und guten isolierenden Eigenschaften. Alpakafasern haben außerdem eine glatte Oberfläche, wodurch sich das Material angenehm anfühlt und die Haut weniger reizt. Dies wirkt sich auch auf den Tragekomfort aus, insbesondere bei Kleidung, die direkt auf der Haut getragen wird.
Alpakafasern können unterschiedliche Feinheiten aufweisen. Bei der für peruanische Fasern verwendeten Klassifizierung wird unter anderem zwischen Baby Alpaca bis 23 Mikrometer, Alpaca Fleece von 23,1 bis 26,5 Mikrometer und weiteren, gröberen Kategorien unterschieden. Die Bezeichnung „Baby Alpaka“ bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Faser von einem jungen Tier oder aus der ersten Schur stammt. Vielmehr handelt es sich vor allem um eine Bezeichnung für eine Faserklasse nach ihrem Faserdurchmesser, die aus dem feinsten Vlies gewonnen wird.
Alpakafasern haben je nach Fellfarbe des Tieres auch natürliche Farbtöne. Sie kommen unter anderem in Weiß-, Grau-, Beige-, Braun- und Schwarztönen vor. Dadurch können einige Produkte ohne intensive Färbung des Rohmaterials hergestellt werden.
Wichtig ist, dass Alpakawolle nicht in gleichem Maße Lanolin enthält wie Schafwolle. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Rohfaser vollständig frei von allen fettartigen Substanzen ist. Nach der Schur wird sie gereinigt und gewaschen, bevor sie weiterverarbeitet wird. In dieser Hinsicht unterscheidet sie sich vom Rohmaterial, aus dem Schafwollfasern entstehen, da sie eine andere Struktur und einen geringeren Gehalt an Wollfett aufweist.
Daher wäre die Aussage, Alpaka sei „vollständig hypoallergen“, zu stark vereinfacht. Das Fehlen von Lanolin kann für manche Menschen ein Vorteil sein, aber empfindliche und zu Reizungen neigende Haut reagiert individuell. Alpakawolle verursacht nur selten allergische Reaktionen und kann bei empfindlicher Haut eine gute Wahl sein, bietet jedoch keine Garantie dafür, dass keine allergischen Reaktionen auftreten.
Alpakawolle und normale Wolle – die wichtigsten Unterschiede und der Vergleich mit Merinowolle

Am einfachsten lässt sich Alpakawolle mit Schafwolle vergleichen, indem man den Aufbau der Fasern betrachtet. Alpakafasern haben eine glattere Oberfläche als viele Schafwollfasern. Bei einem ähnlichen Faserdurchmesser können sie dadurch weniger auf der Haut spürbar sein und zeichnen sich durch eine charakteristische Feinheit aus.
Genau deshalb wird Alpakawolle häufig von Menschen gewählt, die das typische kratzige Gefühl von Wolle nicht mögen. Man kann jedoch nicht sagen, dass jede Alpakafaser weicher ist als jede Schafwolle. Sehr feine Merinowolle, wie die, die wir für unsere T-Shirts verwenden, die seit Kurzem in unserem Shop erhältlich sind, oder zum Beispiel diese Pullover, kann ebenso fein und manchmal sogar weicher sein als eine bestimmte Alpakafaser.
Auch die Wärmeisolierung spielt eine wichtige Rolle. Alpaka ist leicht und speichert Wärme sehr gut, weshalb es sich hervorragend für Kleidung an kalten Tagen eignet. Im Internet findet man die Behauptung, Alpaka sei „fünfmal wärmer“ als Schafwolle und die ideale Lösung für alle Bedingungen. Dies sollte jedoch nicht als allgemeingültige Tatsache betrachtet werden. Die Isolationsleistung eines bestimmten Materials hängt unter anderem von der Faserstärke, der Konstruktion des Garns, dem Flächengewicht und der Art der Verarbeitung des Produkts ab. Auch die Verarbeitung von Strick- und Geweben spielt eine Rolle.
Dasselbe gilt für Feuchtigkeit. Alpakafasern sind hygroskopisch, das bedeutet, dass sie eine beträchtliche Menge an Feuchtigkeit aufnehmen können, bevor diese spürbar wird. Ihre Struktur sorgt dafür, dass das Material auch bei Kontakt mit Feuchtigkeit angenehm zu tragen bleibt. Die Faser kann auf die Luftfeuchtigkeit reagieren, während das Verhalten des fertigen Strickmaterials auch von seiner Konstruktion abhängt.
Ein weiterer Unterschied zeigt sich beim Fettgehalt. Schafwolle enthält Lanolin, während Alpakafasern einen sehr geringen Fettgehalt aufweisen. Dies ist einer der Gründe dafür, dass ihre Verarbeitung etwas anders erfolgt als die Verarbeitung klassischer Wolle.
Ist Alpaka also besser als Wolle? Nicht unbedingt. Es hat andere Eigenschaften und kann für bestimmte Anwendungen die bessere Wahl sein. Wenn Sie eine sehr feine Faser suchen, die sich ideal für Aktivitäten eignet, bleibt Merino ein hervorragendes Beispiel. Wenn Sie ein leichtes, warmes und glattes Material suchen, verdient Alpakawolle definitiv Aufmerksamkeit. Hat sie natürliche bakteriostatische Eigenschaften? Ja, allerdings geht es eher um eine Eigenschaft, die das Wachstum von Bakterien und die Entstehung von Gerüchen einschränken kann, als um eine desinfizierende Wirkung.
Alpakawolle – Vorteile, Weichheit und Tragekomfort

Der größte Vorteil von Alpaka ist die Kombination aus Weichheit, Leichtigkeit und Strapazierfähigkeit. Alpakafasern sind abriebfest, was sich positiv auf die Haltbarkeit fertiger Produkte auswirken kann. Natürlich reicht die Qualität der Faser allein nicht aus. Auch das Garn, die Verarbeitung und die spätere Pflege spielen eine wichtige Rolle.
Alpakawolle kann für einen sehr guten thermischen Komfort sorgen. Ihre Struktur hilft dabei, Wärme zu speichern, während das Material gleichzeitig relativ leicht bleibt. Deshalb eignet sie sich gut für Pullover, Mützen oder Schals.
Die temperaturregulierenden Eigenschaften sorgen dafür, dass Alpaka nicht ausschließlich für sehr kalte Tage geeignet ist. Viel hängt von der Materialstärke ab. Dünnes Garn kann für leichte Kleidung verwendet werden, während dickeres Garn sich hervorragend für winterliche Strickwaren eignet.
Kratzt Alpakawolle? Wie bei Merinowolle hängt die Antwort vor allem von der Faserstärke ab. Feines Alpaka kann sich unglaublich weich und zart anfühlen. Dickere Fasern können stärker auf der Haut spürbar sein. Deshalb lohnt es sich bei der Auswahl eines Produkts, auf die konkrete Garnart zu achten und nicht nur auf die Bezeichnung des Rohstoffs.
Alpakafasern haben noch eine weitere interessante Eigenschaft: natürliche Farben. Nach Angaben einer peruanischen Branchenorganisation kommen sie in mehr als 20 natürlichen Farbtönen vor. Dazu gehören unter anderem verschiedene Braun- und Grautöne.
Und wie sieht es mit den bakteriostatischen Eigenschaften aus? Bei Naturfasern findet man häufig sehr weitreichende Aussagen. Alpaka kann gut mit Gerüchen und Feuchtigkeit umgehen, sollte jedoch nicht als desinfizierendes Material oder als Garantie gegen allergische Reaktionen dargestellt werden. Tatsächlich nehmen die meisten Naturfasern Gerüche nicht so intensiv auf wie erdölbasierte Fasern.
Alpakawolle und Preis – wovon hängen die Materialkosten ab?
Alpakawolle gehört zu den Rohstoffen, die teurer sein können als gewöhnliche Schafwolle. Es gibt jedoch keinen einheitlichen Kilopreis, der für den gesamten Markt gilt.
Der Preis hängt vor allem von der Qualität der Faser ab. Entscheidend sind unter anderem ihr Durchmesser, ihre Länge, Festigkeit, Farbe und Gleichmäßigkeit. Je feiner und gleichmäßiger die Faser ist, desto höher kann ihr Wert sein. Dies bestätigen auch Branchendaten zur Klassifizierung und Bewertung des Vlieses.
Wie viel kostet 1 kg Alpakawolle? Ohne Angaben zur Qualität, Herkunft und Form des Rohstoffs lässt sich kein zuverlässiger Einzelpreis nennen. Rohes Vlies wird anders bewertet als gereinigte Fasern und wiederum anders als fertige Wolle oder Garn.
Auch die Kosten für Verarbeitung, Produktion und Konfektionierung beeinflussen den Preis des fertigen Produkts. Deshalb kostet selbst ein leichter Pullover aus hochwertigen Fasern deutlich mehr als ein Kilogramm rohes Vlies.
Auch bei Handelsbezeichnungen ist Vorsicht geboten. „Baby Alpaka“ muss nicht bedeuten, dass die Faser von einem jungen Alpaka stammt. In der peruanischen Klassifizierung handelt es sich um eine Qualitätskategorie, die auf dem Faserdurchmesser basiert.
Verwendung von Alpakawolle in Kleidung und Textilien
Aufgrund ihrer Eigenschaften hat Alpaka ein breites Anwendungsspektrum. Es wird zur Herstellung von Pullovern, Mänteln, Mützen, Schals, Handschuhen und anderen Accessoires verwendet. Man findet es auch in der Zusammensetzung von Wollbettwäsche, Decken oder anderen Produkten für den Haushalt. Dazu gehören auch verschiedene Erzeugnisse aus dieser Faser. Eine eigene Gruppe bilden funktionale Accessoires aus Alpaka.
Produkte aus Alpaka zeichnen sich durch ein charakteristisches, längeres Haar aus, das ein Gefühl von Gemütlichkeit vermittelt und optisch besonders schön wirkt. „Flauschige“ Pullover, Mützen oder Schals? Das kann genau Alpaka sein, und solche Produkte fühlen sich zudem weich an und sind angenehm zu tragen. Einen ähnlichen Effekt bieten auch Mohair oder Angora. Deshalb lohnt es sich immer, das Materialetikett genau zu prüfen, wenn Sie nach einer bestimmten Faserart suchen.
Kleidung aus Alpakawolle kann gleichzeitig warm und leicht sein und eignet sich daher natürlich für Herbst und Winter. Aufgrund ihrer temperaturregulierenden Eigenschaften ist sie jedoch das ganze Jahr über vielseitig einsetzbar. Aus feineren Fasern entstehen leichtere Strickwaren, während dickere Fasern für schwerere Produkte verwendet werden, auch für elegantere Kleidungsstücke wie Mäntel.
Alpaka findet nicht nur bei Kleidung Verwendung. Daraus werden Decken, Plaids, Kissen und andere Wohnaccessoires hergestellt, ebenso wie Bettdecken (mit unterschiedlicher Funktion je nach Flächengewicht – Ganzjahresdecken haben etwa 500 g/m²). Aufgrund ihrer Eigenschaften kann die Faser auch als Füllmaterial für Produkte eingesetzt werden, die für thermischen Komfort sorgen.
Man findet auch Mischungen aus Alpaka und anderen Fasern. Die Kombination mit Wolle, Baumwolle, Seide oder Polyamid ermöglicht es, die Eigenschaften des Garns zu verändern. Ein solcher Zusatz kann den Glanz und die Glätte erhöhen, Baumwolle verändert den Charakter des Materials und Polyamid kann seine mechanische Widerstandsfähigkeit verbessern. In Geschäften findet man beispielsweise auch Produkte wie Socken mit Alpaka-Anteil.
Ein gutes Beispiel ist das beliebte Drops Brushed Alpaca Silk, eine Mischung aus Alpakafaser und Seide. Dabei handelt es sich um ein bestimmtes Garn, aus dem besonders feine Produkte wie Schals, Handschuhe oder Mützen entstehen können.
Wie pflegt man Produkte aus Alpakawolle?
Produkte aus Alpaka benötigen eine schonende Pflege, ähnlich wie viele andere hochwertige Naturmaterialien. Die wichtigste und allgemeingültige Regel ist einfach: Prüfen Sie immer die Pflegehinweise auf dem Etikett.
Nicht jedes Kleidungsstück aus Alpaka kann auf die gleiche Weise gewaschen werden, und dieselben Grundsätze gelten auch allgemein für Kleidung aus Alpaka. Einige Produkte müssen von Hand gewaschen werden, andere können im Schonprogramm der Waschmaschine gewaschen werden. Wenn der Hersteller Handwäsche empfiehlt, verwenden Sie kühles oder lauwarmes Wasser und ein mildes Waschmittel, das für Wolle geeignet ist. Produkte aus Alpaka können kostspielig sein. Achten Sie daher auf die richtige Pflege, damit ihre besonderen Eigenschaften möglichst lange erhalten bleiben.
Reiben Sie das Material nicht kräftig und wringen Sie es nach dem Waschen nicht aus. Nasse Fasern sind anfälliger für Verformungen. Überschüssiges Wasser sollte am besten vorsichtig herausgedrückt werden. Anschließend sollte das Produkt flach getrocknet werden, sofern dies vom Hersteller empfohlen wird.
Vermeiden Sie außerdem die Aufbewahrung an Orten, an denen sich Feuchtigkeit sammelt. Das gilt auch für Produkte aus Alpaka, die außerhalb der Saison gelagert werden.
Vermeiden Sie auch hohe Temperaturen und den Wäschetrockner, wenn das Pflegeetikett diese Art der Trocknung nicht zulässt. Bei Strickwaren hilft das flache Auslegen dabei, die Form zu erhalten.
Alpaka muss nicht häufig gewaschen werden. Wenn ein Kleidungsstück nicht verschmutzt ist, reicht häufig regelmäßiges Lüften an der frischen Luft aus. Das ist eine einfache Möglichkeit, die Materialbelastung zu reduzieren und die Lebensdauer des Kleidungsstücks zu verlängern.
Ist Alpakawolle also eine gute Wahl? Wenn Sie ein leichtes, warmes und weiches Material suchen, kann sie definitiv eine gute Wahl sein. Man muss Alpaka jedoch nicht als grundsätzlich besser als Merino oder Kaschmir betrachten. Jede dieser Fasern hat andere Eigenschaften, und über die Qualität eines fertigen Produkts entscheidet weit mehr als nur der Name des Rohstoffs.
Am besten beginnen Sie mit der Frage, was Sie wirklich brauchen: Weichheit, Wärme, Leichtigkeit, Strapazierfähigkeit oder einfache Pflege. So fällt es leichter, ein Material zu wählen, das tatsächlich zu Ihrer Garderobe passt.


























